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Praxistipps Teil 2

Die Eingewöhnung – mit den Eltern

Die erste Phase der Eingewöhnung sollte von den Eltern oder einem Elternteil begleitet werden. Das Kind kann sich an die neue  Umgebung und / oder die fremde Tagesmutter gewöhnen, aber wenn nötig, Schutz bei der vertrauten Bezugsperson suchen. Die Eltern aber sollten sich im Hintergrund halten. Auch bei ersten Probe-Abschieden, sollten die Eltern in Reichweite bleiben, nachdem sie sich liebevoll, aber bestimmt verabschiedet haben. Lässt sich das Kind durch die Tagesmutter partout nicht trösten, können die Eltern hinzukommen. Bei den ersten Probe-Abschieden sollten die Eltern immer nach kurzer Zeit zurückkommen, damit das Kind den Abschied künftig nicht zu fürchten braucht.

Wie lange die Eingewöhnungszeit dauert und wie viel Zeit das Tageskind mit den Eltern bei der künftigen Tagesmutter verbringt, ist sehr vom Kind abhängig. Meistens reichen ein bis zwei Wochen. Damit nicht doch noch starke Verlustängste auftreten, ist es ratsam, anfängliche Betreuungszeiten kurz zu halten bis die Tagesmutter vom Kind vollständig akzeptiert ist.

Die Zeit der Eingewöhnung sollte mit den Eltern gut geplant werden. Auch was die Bezahlung angeht. Es ist nichts Ungewöhnliches, auch für die Zeit der Eingewöhnung und damit der Anwesenheit der Eltern, das Betreuungsgeld in voller Höhe anzurechnen.


Eltern und Tagesmutter – Kommunikation ist alles

In Gesprächen mit den Eltern sollte – sowohl im Vorfeld als auch während der Betreuung – eine Kommunikation darüber bestehen, was Vorlieben und Angewohnheiten, Regeln und Vereinbarungen angeht. Dies geht vom Thema Süßigkeiten bis zum Fernsehen. Bei vielen Themen kann es Reibungspunkte geben. Wer diese im Vorfeld klärt, kann sich lieber gleich gegen ein Tageskind entscheiden, wenn sich nicht geeinigt werden kann – unter späteren Konflikten haben alle Beteiligten mehr zu leiden.

Die grundsätzlichen Vorstellungen von Erziehung sollten zwischen Eltern und Tagesmutter schon übereinstimmen – hieraus werden sich sonst wahrscheinlich immer wieder Auseinandersetzungen und Streitigkeiten entwickeln. Aber auch während der Tagespflege sollten regelmäßige Gespräche stattfinden. Falls etwas den Betreuungsablauf stört, sollte dies gleich besprochen werden.

Mit den Eltern des Tageskindes sollte stets sachlich und freundlich gesprochen werden. Gegenseitiger Respekt und klare Rollenverteilung helfen bei einer gelungenen Kommunikation und zufriedenstellenden Tagespflege für alle Beteiligten. Wichtig ist natürlich auch, dass Absprachen eingehalten und auch die Punkte des Tagesmuttervertrages eingehalten werden. Hier beispielsweise, was die Abholzeit betrifft.

Der Abschied von der Tagesmutter

Im Rahmen des Tagesmuttervertrages aollte eine Kündigungsfrist von mindestens vier Wochen vereinbart sein. Ein bevorstehender Abschied ist deshalb rechtzeitig bekannt. Dies sollte auch für das Kind gelten. Denn die Tagesmutter sollte das Kind auf diesen Abschied vorbereiten. Am besten wäre es, wenn sich eine allmähliche Reduzierung der Betreuung durch die Tagesmutter einrichten ließe. So käme es zu keinem abrupten Bruch  in der womöglich auch zeitlich intensiven Betreuung. Schön ist es immer, wenn auch nach der Betreuungszeit ein gelegentlicher Besuch möglich ist, so dass das Kind – vor allem am Anfang – den Kontakt zu der nun vertrauten Tagesmutter nicht ganz verliert.

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